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Enrico Gerlach


Zuerst möchte ich mich bedanken, dass du dich der Germania-Fanpage kurzfristig für ein Interview zur Verfügung stellst. Das Wichtigste vorneweg. Hast du dich während der letzten trainingsfreien Wochen gut erholt?
Danke der Nachfrage. Ich habe mich sehr gut erholt, vor allem mit meiner Familie, mit der ich u. a. im Urlaub war. Es ist genauso wichtig, in der trainingsfreien Zeit abzuschalten und für einen gewissen Zeitraum eben nicht an Fußball zu denken. So bekomme ich den Kopf immer wieder frei und kann mich entsprechend besser auf die kommende zweite Halbserie konzentrieren.

Nach 15 Ligapartien der Hinrunde stehen wir auf dem 10. Tabellenplatz und haben auf den wichtigen Relegationsplatz sechs Punkte Rückstand. Wie fällt dein Fazit für die erste Saisonhälfte aus?
Wir stehen aus meiner Sicht schlechter da, als wir eigentlich sind. Ich hatte mir dies auch besser und positiver vorgestellt. Es lag aber eindeutig an uns Spielern, warum wir nun nicht weiter oben platziert sind. Wir haben definitiv zu viele Spiele nicht für uns entschieden und mehrere Punkte einfach liegen lassen. Vielleicht stehen wir dann zu Recht auf Platz 10, weil wir nicht oft genug abgezockt aufgetreten sind.

Warum konnten wir mit den Topteams, wie z. B. Dresden Nord, Chemnitz und Markranstädt nicht mithalten?
Eigentlich können und konnten wir mit allen Mannschaften mithalten. Von der Heimniederlage gegen Jena mal abgesehen (0:4, die Redaktion), hat uns nicht ein Gegner wirklich vorgeführt. Die Ligaduelle fanden meiner Meinung nach immer auf Augenhöhe statt. Und wenn man bedenkt, dass wir mindestens fünf bis sechs Punkte verschenkt haben, ist es schon so, dass wir in der Tabelle auch dort oben hätten stehen können. Aber hätte, wenn und aber zählt im Fußball nicht. Wir stehen momentan auf Platz 10 und müssen nun aus dieser Situation das Beste machen.

Wie schätzt du deine eigene Leistung ein, immerhin warst du als Spielmacher an 16 von insgesamt 33 Pflichtspieltoren beteiligt? Bist du mit dem bisher Gezeigten zufrieden?
Von meinen eigenen Qualitäten als Spielmacher bin ich schon überzeugt, möchte hierbei aber auch betonen, dass ich gute Leute hinter mir habe, die für mich die gewisse "Drecksarbeit" machen. Dennoch ist es gar nicht so einfach, hinter der einzigen Spitze zu agieren und den Gegner permanent unter Druck zu setzen, um ihn zu Fehlern im Spielaufbau zu zwingen. Völlig zufrieden bin ich mit meinen Leistungen aber auch nicht. Zwei bis drei Tore mehr hätten es sein können, eventuell sogar müssen, u. a. habe ich ja einen Elfmeter verschossen. Ich kann bestimmt noch mehr zeigen und dies werde ich in der Rückrunde selbstverständlich versuchen. Außerdem ist anzumerken, dass mir der Trainer sehr viele Freiheiten in der Offensive gibt und dies möchte ich mit guten Leistungen zurückzahlen. Insgesamt fand ich mich in der Hinrunde ok, mit kleinen Abstrichen, die mich jedoch erneut motivieren, es in der zweiten Saisonhälfte noch besser zu machen.

In der Liga wirst du vor allem aufgrund deiner gefährlichen Freistöße bei den Torhütern gefürchtet. Diese Saison hat es mit einer direkt verwandelten Standardsituation noch nicht allzu häufig geklappt. Fehlte dabei das Glück oder woran lag es?
Fehlendes Glück ist vielleicht das eine, aber ich sehe das für diese Saison etwas anders. Wir konnten bisher gar nicht so viele Freistöße am gegnerischen Strafraum herausarbeiten, weil wir oftmals einfach nicht abgezockt und clever genug auftreten. In dieser Liga musst du auch mal ein "Schwein" sein, um solche notwendigen Freistöße zu schinden, wie es viele andere Mannschaften vormachen. Außerdem ist unser Spiel auf Konterfußball ausgelegt und da kommst du auch gar nicht so häufig in diese Strafraumsituationen. Dennoch hätten wir aus unseren Standards mehr herausholen können, das ist korrekt. Vielleicht sollte mal ein Anderer unsere Freistöße schießen, eventuell hat dieser Spieler ja mehr Glück, schließlich geht es um den Erfolg der Mannschaft.

Nach der letzten Hinrundenpartie hast du im Presse-Rückblick vor allem unsere Abschlussschwäche kritisiert. Beziehst du dich damit ein oder war diese Kritik vor allem an unsere Stürmer gerichtet? Was können deine Mitspieler besser machen oder ist dies auch manchmal eine Frage der Einstellung?
Zu meiner Person hab ich ja bereits gesagt, dass auch ich ein paar Tore hätte mehr schießen können. Zieht man jedoch alleine nur die Statistiken unserer Stürmer zu Hilfe (7 Tore von 6 Stürmern, die Redaktion), findet man da schon gewisse Kritikpunkte, schließlich hatten wir in jeder Partie genug Möglichkeiten, was im Umkehrschluss wieder bedeutet, dass unsere Offensivabteilung so schlecht nicht sein kann. Eines kann ich jedoch versichern, an der Einstellung liegt es definitiv nicht. Letztendlich wird ein Stürmer aber an Toren gemessen.

Während der laufenden ersten Saisonhälfte haben wir unser Spielsystem umgestellt, in der Abwehr agieren wir jetzt mit einer Viererkette und sind mitunter viel offensiver ausgerichtet. Welche taktische Formation bevorzugst du als Spielmacher?
Ganz klar die Viererkette. Zum einen sind wir dann automatisch über die Außenpositionen gefährlicher und zum anderen habe ich bei unserem derzeitigen 4-5-1-System noch acht Mitspieler und den Torwart hinter mir.

Seit der Systemumstellung konnten wir teilweise mit starkem Offensivfußball überzeugen und haben die Gegner mitunter an die Wand gespielt. In den Ergebnissen hat sich dies leider nur bedingt wieder gespiegelt bzw. haben wir aus den letzten fünf Ligabegegnungen nur magere sieben Punkte geholt. Liegt es nur an der mangelnden Chancenverwertung oder auch an insgesamt fehlender Qualität?
Erstmal hast du Recht. Seit der Umstellung auf die Viererkette spielen wir den besseren Fußball und haben ebenso viele gute Spiele gemacht, die jedoch leider nicht immer gewonnen wurden. Eines muss ich hierbei aber generell betonen. Nicht immer sind die Stürmer alleine Schuld, wir haben alle unseren Beitrag zur schlechten Chancenverwertung geleistet. Alle Feldspieler haben die Pflicht, Treffer zu erzielen und ein Torgarant wie Christian Reimann (48 Tore in 68 Oberligapartien, die Redaktion) wächst nicht auf den Bäumen und ist für Germania auch nicht mal ansatzweise finanzierbar. Ebenso hat Tabellenführer Dresden Nord z B. mit der Verpflichtung von Robert Koch (13 Tore in 14 Ligaspielen, die Redaktion) richtig Glück gehabt. Nicht allzu oft schlägt ein Spieler aus der 6. Liga derartig sensationell ein. Die Qualität ist bei uns vorhanden, nur sollten alle elf Akteure auf dem Platz Verantwortung übernehmen und eben nicht immer auf den Nebenmann hoffen.

Wo siehst du Ansatzpunkte, um auch eine gewisse Spielüberlegenheit in Siege umzuwandeln? Sind sich alle Akteure bewusst, wie wichtig es wäre, in dieser Saison eine vordere Platzierung zu belegen?
Ansatzpunkte... eine schwierige Frage. Wie hier schon mehrmals betont, unser Offensivspiel ist eigentlich sehr ordentlich. Wir erspielen uns viele gute Möglichkeiten, vor allem über unsere starken Außenpositionen. Leider belohnen wir uns für den immensen Aufwand nicht, und obwohl wir oft überlegen waren, fehlten am Ende manchmal die drei Punkte. Die Auswärtsbegegnung in Gera ist ein solches Paradebeispiel. Wir haben den Gegner teilweise an die Wand gespielt und sind am Ende ohne Zählbares wieder nach Hause gefahren. Das war schon bitter. Ansonsten bin ich der Meinung, dass vor allem die älteren und erfahrenen Spieler wissen, um wie viel es in dieser Saison geht. Bei den Jüngeren glaube ich dies im Prinzip auch. Hier fehlt mir nur manchmal die Kontinuität in den Leistungen. Ich kann den Unmut einzelner Wechselspieler manchmal irgendwie verstehen, aber das Ziel muss für jeden Akteur lauten, viele ordentliche Spiele abzuliefern und sich nicht nach einer guten Partie auszuruhen.

Seit zehn Monaten heißt dein Trainer nicht mehr Pfannkuch sondern Petersen. Was hat sich dabei für dich persönlich geändert, zumal du zu unserem Ex-Coach ein sehr freundschaftliches Verhältnis gepflegt hast?
In meiner Karriere habe ich bereits viele Trainer erlebt. Natürlich ist mein Verhältnis zu "Pfanne" ein anderes als zu Herrn Petersen, aber auch unseren aktuellen Coach kannte ich schon aus meinen Zeiten aus Nordhausen. Ich meine, "Pfanne" hat damals einen guten Job gemacht, aber alle Trainer werden am Erfolg gemessen. Der blieb dann irgendwann aus, es ist nicht mehr gut gelaufen und der Rest ist bekannt. Andreas Petersen ist ein anderer Trainertyp. Er liegt sehr viel Wert auf Disziplin und ist ein "Fußballverrückter". Für mich persönlich hat sich jedoch nicht viel geändert. Wir Spieler wollen immer gewinnen, ganz egal, wer draußen steht.




 

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