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Mario Hosenthien

„Wollen uns Samstag mit Sieg verabschieden“

Am kommenden Samstagmittag empfangen wir im heimischen Friedensstadion die Zweite vom 1. FC Magdeburg. Anstoß ist bereits um 13 Uhr. Vor diesem Landesderby, der letzten Partie des Jahres, stand Allrounder Mario „Hose“ Hosenthien in einem Interview Rede und Antwort. Der 33-Jährige wechselte im Sommer 2007 nach Halberstadt und absolvierte seitdem 33 Pflichtspiele für uns, in denen er bisher drei Treffer erzielen konnte.

„Hose“, du hast die Nachwuchsschule des FCM durchlaufen, warst während dieser Zeit auch U17-Nationalspieler und bist ebenso in der Elbestadt geboren. Nun empfangen wir Magdeburgs Zweite. Ein besonderes Spiel für dich?
Diese Zeiten sind wirklich vorbei, dass solche Spiele für mich etwas Besonderes sind, da ich in den letzten Jahren oft gegen den Club gespielt habe. Für mich zählen im Duell mit dem U23-Team vom FCM nur drei Punkte und nichts anderes.

Aus den letzten beiden Liga-Begegnungen haben wir vier Punkte geholt. Können wir am Samstag nochmals nachlegen, zumal in Jena zuletzt deutlich mehr drin war, angesichts der guten Leistung?
Das stimmt schon, am vergangenen Sonntag haben wir in Jena bedeutend besser als davor gegen Bautzen gespielt, aber trotz hochkarätiger Torchancen eben leider nur den einen Punkt mitgebracht. Uns fehlte bei der U23 vom FCC vielleicht ein wenig die letzte Konsequenz, den zweiten und damit vorentscheidenden Treffer zu erzielen, unsere Offensivaktionen waren am Ende wohl nicht zwingend genug, da schließe ich natürlich meine eigene Leistung mit ein. Die angesprochenen vier Punkte sind schon ok, wenngleich unser Anspruchsdenken etwas anderes aussagt, zumal sechs Zähler durchaus möglich waren. Aber wenn wir die Leistung vom Auftritt in Jena gegen Magdeburg wiederholen können, gewinnen wir auch, davon bin ich überzeugt.

Spielt es für dich eine Rolle, ob Magdeburg mit Verstärkungen aus dem Regionalliga-Kader aufläuft?
Ganz ehrlich… für mich ist das sekundär. Man hat es doch letzten Sonntag gesehen. Solche so genannten Verstärkungen aus der eigenen Ersten müssen nicht immer ein Vorteil sein. Eigentlich ist es doch für jeden Gegner eine zusätzliche Motivation, wenn Akteure aus der Dritten Liga oder aus der Regionalliga mit auflaufen, zumal du es diesen besagten Spielern erst recht zeigen willst, dass du genauso gut kicken kannst. Im Prinzip spornt mich so etwas noch mehr an, und eine gewisse Angst vor großen Namen hat auf dem Fußballplatz sowieso nichts zu suchen.

In Leipzig und gegen Zwickau konntest du dich als Torschütze auszeichnen. Sehen wir dich gegen Magdeburg wieder jubeln?
Ganz ehrlich, das ist mir völlig egal, Hauptsache wir gewinnen. Außerdem haben wir in den besagten Spielen jeweils verloren, da kommt dann sowieso keine riesige Freude auf, wenn du ein Tor erzielst.

Seit Sommer 2007 kickst du für Germania und hast dich mittlerweile als Leistungsträger etabliert und vor allem in den letzten Monaten mit guten Spielen überzeugt. Wie siehst du deine eigene Entwicklung beim VfB?
Also wenn schon, bin ich nur einer von mehreren Leistungsträgern. Davon mal abgesehen gab es bei mir in der vergangenen Saison 2007/08 eindeutig mehr „Licht als Schatten“, für mich war das schon ein „Seuchenjahr“. Ich war nicht immer komplett fit, mal krank, mal verletzt und konnte meine Topform leider nur selten abrufen. Seit diesem Sommer bin ich aber endgültig in Halberstadt „angekommen“, daraus resultieren eventuell die besseren Leistungen auf dem Platz. Außerdem hilft mir natürlich meine sehr lange Erfahrung als Fußballer, um mit solchen Situationen umzugehen. Ich weiß, was ich kann und fühle mich bei Germania pudelwohl.

Auf dem Platz bist du universell einsetzbar, aber wo ist deine eigentliche Lieblingsposition?
Es stimmt schon, dass ich auf fast allen Positionen spielen kann, das liegt aber auch an der besagten Erfahrung. In der Viererkette agiere ich schon sehr gerne als Innenverteidiger. Der direkte Kontakt zum Gegenspieler, diese 1:1-Situationen machen mir viel Spaß, wenngleich du dabei natürlich keine Fehler machen darfst, weil sonst sofort Tore fallen können. Aber auch als „Sechser“ bin ich „gut“ unterwegs, die zentralen Positionen sind eigentlich mein „Ding“… aber eigentlich zählt für mich nur, dass ich in der Startelf stehe, allein das ist wichtig!

Zu Hause konnten wir in den bisherigen sieben Spielen nur magere acht Treffer erzielen, bei immerhin zwölf Gegentoren und somit auch nur drei Siege erringen. Wie erklärst du dir diese vermeintliche Heimschwäche?
Eine schlüssige Erklärung habe ich für diese Statistik nicht wirklich. Ich sehe aber auch keine eindeutige Heimschwäche. Was uns zu Hause allerdings manchmal fehlt, ist die notwendige Leidenschaft über die gesamten 90 Minuten, und wie auch mein Teamkollege Randy Gottwald neulich in einem anderen Interview erklärte, agieren wir vor allem nach Rückständen oft zu naiv. Es kann aber auch daran liegen, dass wir gerade vor heimischem Publikum etwas Besonderes zeigen wollen, sind dann jedoch etwas übermotiviert und können es eben nicht richtig umsetzen. Und genau deshalb muss gegen Magdeburgs Zweite wieder ein Heimsieg her, egal wie, und dann erledigt sich diese magere Bilanz von ganz allein.

Was meinst du, können wir in der Tabelle noch entscheidenden Boden gut machen und wo landen wir aus deiner Sicht am Saisonende?
Na das hoffe ich doch, dass wir nach dem letzten Spieltag der Hinrunde, also nach der Partie in Dresden (am 07.02.2009, die Redaktion) wieder etwas weiter oben stehen. Eine Prognose für das Saisonende ist in unserer Staffel richtig schwer. Hier kann jeder gegen jeden sowohl gewinnen als auch verlieren. Erstmal haben wir insgesamt noch 17 Liga-Begegnungen zu spielen, da ist noch so viel möglich.

Wie lautet dein persönliches Ziel für die letzten beiden Spiele der Hinrunde?
… das sind ja die Heimspiele gegen Magdeburg II und die Auswärtspartie bei Borea Dresden im neuen Jahr. Als Fußballer willst du immer alles gewinnen, also sind sechs Punkte auch mein persönliches Ziel, wenngleich vier Zähler ebenso gut wären. Dies hängt natürlich auch vom jeweiligen Spielverlauf ab. Zurzeit ist es bei uns wie eine Wundertüte: Wir können alles gewinnen, aber auch alles verlieren…

Du leidest seit Wochen an Knieproblemen, beißt dennoch auf die Zähne und stellst dich in den Dienst der Mannschaft. Was ist da genau los?
Was genau kaputt bzw. nicht in Ordnung ist, kann ich momentan gar nicht sagen. In der Winterpause werde ich mich ins Krankenhaus begeben und voraussichtlich eine Arthroskopie, eine so genannte Gelenkspiegelung, machen lassen. Dann werde ich absolute Gewissheit haben, was mein Knie angeht. Außerdem kümmert sich Mannschaftsarzt Dr. Wolfgang Bartel fürsorglich und regelmäßig um die besagte Problemzone.

Seit mehr als fünf Jahren heißt dein Trainer Andreas Petersen. Wie beurteilst du dieses Arbeitsverhältnis?
Stimmt, das sind mittlerweile echt mehr als fünf Jahre. Das Verhältnis lässt sich gar nicht so einfach beschreiben. Beim SV Südharz war ich neben Kapitän Jens Eisenschmidt quasi die rechte Hand des Trainers, hier ist das etwas anders. Wir haben oft „Reibungspunkte“, verstehen uns aber dennoch gut. Ebenso sind wir beide sehr emotionale Menschen und Fußballer mit Leib und Seele, das prägt uns persönlich, sowie auch unsere Zusammenarbeit. Der Fokus ist natürlich in Halberstadt ein ganz anderer, hier ist der Erfolgsdruck viel höher, aber dennoch, dass passt schon alles. Im Prinzip haben sich zwei Fußballverrückte gefunden ;-)

Mario, du bist 33 Jahre jung. Gibt es schon Gedanken an ein etwaiges Karriereende?
… gab es schon früher, vor allem nach Verletzungen und wenn es mal nicht so gut lief. Mittlerweile sind mir vor allem berufliche Pläne wichtig, in diesem Bereich will ich mich in der nächsten Zeit weiterentwickeln. Aber so lange ich noch das Tempo in der Oberliga mitgehen kann, gerne trainiere und realistische Chancen auf einen Platz in der Startelf habe, so lange spiele ich noch Fußball. Im Prinzip muss eine körperlich gute Verfassung gegeben sein, dann macht es auch Spaß. Irgendwann sollte man jedoch jungen Leuten Platz machen, zumal die berufliche Entwicklung, wie gesagt, immer mehr in den Vordergrund rückt. Konkrete Pläne zum Karriereende gibt es jedoch nicht bei mir, aber mit 40 betreibe ich definitiv keinen Leistungssport mehr, das steht fest.

Welchen Erfolg möchtest du als Fußballer noch feiern?
Wenn ich mir was wünschen könnte, wäre dies der Aufstieg mit Germania in die Regionalliga, vielleicht ja schon in der nächsten Saison. Und den Landespokal mal in den Händen zu halten, wäre der Wahnsinn, zumal ich in meiner Karriere bereits mehrmals im Halbfinale gescheitert bin. Aber mit Halberstadt in der 1. Runde des DFB-Pokals anzutreten, wäre wohl das Größte.

Willst du sonst noch etwas loswerden?
An dieser Stelle soll ich meine beiden Mitspieler „Lucki“ und „Elke“ grüßen, und mich vor allem für die vielen gemeinsamen fußballphilosophischen Stunden bedanken, was hiermit auch erledigt wäre :-)

Vielen Dank für das interessante Gespräch!

Das Interview führte Helge Osterloh (hos)
 

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