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Andreas Petersen

„Wir können endlich wieder aus dem Vollen schöpfen“

Nachdem unsere Oberligafußballer zuletzt von drei Absagen in Folge betroffen waren, greifen wir nun endlich wieder ins Spielgeschehen ein. Am morgigen Samstag empfangen wir mit Budissa Bautzen einen sehr unangenehmen Gegner, blieben die Sachsen doch in den letzten fünf Partien ohne Gegentreffer. Vor dieser Begegnung äußerte sich ebenso Trainer Andreas Petersen ausführlich in einem Interview, und nach langer Verletzungspause wird auch Philip Saalbach ein Comeback geben. Anstoß ist bereits um 13 Uhr.

Zuletzt waren wir von insgesamt drei Spielausfällen geplagt. Wie gehen Trainer und Mannschaft damit um?
Wir betreiben nun mal Freiluftsport, da gehört so etwas leider dazu. Natürlich sind wir jetzt arg gebeutelt, und das ist auch äußerst ärgerlich, aber wir gehen pro­fes­sionell damit um, zumal ich bereits lange im Fußballgeschäft tätig und auch auf solche Extremsituationen vorbereitet bin. Wir Trainer müssen auch bei den momen­ta­nen Gegebenheiten als Vorbild voran „marschieren“ und das gleiche En­gage­ment zeigen, ob nun auf dem Trainingsplatz oder bei Wettkämpfen spielt dabei eigentlich keine Rolle. Wir wollen unsere Mannschaft immer verbessern, auch in der „spiellosen“ Zeit. Nach der Absage von Dresden haben wir uns kurz ge­ärgert, sind aber danach sofort wieder zur Tagesordnung übergegangen. Zu­letzt konnten wir fast täglich trainieren und jetzt sind allesamt „heiß“, endlich wieder ins Spiel­ge­schehen ein­greifen zu dürfen.

Die vierwöchige Pause hatte ja auch den Vorteil, dass einige Akteure ihre Verletzungen auskurieren konnten. Können sie endlich aus dem „Vollen“ schöpfen?
Natürlich haben wir auch diese Zeit genutzt, so dass u. a. Philip Saalbach, Andreas Luck und auch Kapitän Enrico Gerlach wieder auf einem guten Weg sind. Wir haben eine fitte und hoffentlich auch erfolgreiche Mannschaft. Sogar Steffen Plock be­fin­det sich mittlerweile wieder im Training. Als Verantwortlicher habe ich nun die „Qual der Wahl“ was die Startelf angeht, aber das ist auch gut so, denn wir müssen nun nicht mehr auf angeschlagene oder gar verletzte Spieler zurück­greifen – ja, wir können endlich wieder aus dem „Vollen“ schöpfen.

Am Samstag empfangen wir Budissa Bautzen, die zuletzt fünfmal ohne Gegen­treffer blieben. Was erwarten sie von diesem Duell und worauf können sich die Zuschauer freuen?
Wer fünfmal in Folge zu Null spielt, verfügt definitiv über eine sehr ordentliche Defensiv-Abteilung, das muss man erstmal schaffen. Demzufolge ist völlig klar, dass wir auf eine sehr kompakte und gut aufgestellte Bautzener Elf treffen werden, die vor allem gut verteidigen kann. Dennoch wollen wir beweisen, dass auch Budissa anfällig für Gegentore ist, und ich bin auch davon überzeugt, dass meine Jungs diesen „Abwehrriegel knacken“ werden. Wir möchten unseren Zu­schau­ern am Samstag etwas bieten, wollen attraktiven, aber auch erfolgreichen Fußball zeigen und werden deshalb offensiv ausgerichtet sein.

Die Statistik spricht eigentlich für uns, wartet Bautzen doch seit mehr als zwei Jahren auf ein Tor gegen Germania. Beachten sie so etwas bei der Spielvorbereitung?
Ganz ehrlich, von solchen Bilanzen halte ich nicht viel. Vor zwei Jahren standen sich ganz andere Oberliga-Akteure gegenüber. Für das Spiel gegen Budissa ist so etwas unwichtig, hier entscheidet die gezeigte Leistung auf dem Platz und nichts anderes. Wir können Bautzen bezwingen, wenn wir Geduld und Disziplin mit­bringen, dann haben wir Erfolg. Was in der Vergangenheit passiert ist, spielt am Samstag keine Rolle. Wir wollen die drei Punkte, dass alleine zählt!

Wie schätzen sie die derzeitige Situation in der Liga ein, zumal mit Wentzel (Markranstädt) und Müller (Eilenburg) bereits zwei Trainer entlassen wurden?
Aufgrund der vielen Spielausfälle ist das aktuelle Tabellenbild etwas verzerrt. Eins steht jedoch fest, wir haben eine sehr starke und ebenso ausgeglichene Liga, in der Zwickau zwar momentan etwas vorne weg marschiert, aber dennoch ist alles möglich. Der Druck ist demgemäß für alle Trainer bedeutend groß, denn alle 16 Mannschaften haben große Ziele und wollen ebenso viel erreichen, auch dafür sind diese beiden, aus meiner Sicht sehr frühzeitigen Entlassungen, ein entsprechendes Zeichen.

Wer gehört diese Saison zum Favoritenkreis und können wir oben noch mal angreifen?
Schaut man sich die einzelnen Mannschaftskader im Detail an, war für mich klar, dass Meuselwitz und Zwickau große Chancen haben aufzusteigen, dass sind definitiv zwei der Favoriten. Dann wird es bestimmt auch in dieser Serie ein oder zwei Überraschungsteams geben, wie z. B. Lok Leipzig, die mit viel Euphorie spielen und von ihren Fans regelrecht „getragen“ werden. Und natürlich hoffe ich, dass wir uns in der Tabelle weiter verbessern können und vielleicht auch noch an der „Spitze“ kratzen werden.

Geht bei ihnen auch mal ein „Auge“ ans Tabellenende?
Ich bin ein realistischer Trainer und beide Augen sind bei mir immer „offen“. Ebenso habe ich auch meine Mannschaft auf diese Situation hingewiesen, dass wir eben aufgrund der zahlreichen Spielausfälle keinen großen Abstand nach „unten“ haben. Aber eins ist doch sowieso Fakt, wenn du als verantwortlicher Übungsleiter nur auf die Tabellenspitze schaust, hast du schon verloren. Das soll jetzt nicht überheblich klingen, aber ich schätze unsere Mannschaft als stark genug ein, dass wir mit der Abstiegszone nichts zu tun haben werden.

Wie entwickeln sich unsere Neuzugänge und sind sie ansonsten mit ihren Jungs zufrieden?
Im Großen und Ganzen bin ich schon relativ zufrieden, schließlich haben wir keine gestandenen Oberliga-Akteure verpflichtet, sondern Perspektivspieler nach Halberstadt geholt, bei denen man auch Alter, Herkunft und ebenso die Spielklasse beachten sollte, aus der sie uns gewechselt sind. Ich bin aber ansonsten sehr kritisch und sage eindeutig, dass sich alle Neuzugänge steigern können und dementsprechend auch noch über Reserven verfügen. Dementsprechend hoffe ich, dass die Jungs in den letzten Spielen der Hinrunde ihre Topleistungen abrufen. Einen meiner Akteure möchte ich jedoch an dieser Stelle heraus heben, denn Florian Eggert hat den Sprung in die Oberliga eindeutig geschafft und mit seinen acht Ligatreffern bereits bewiesen, dass er Fait Banser fast gleichwertig ersetzen kann. Darüber hinaus wissen ja die meisten Leute, die mich kennen, dass ich schon chronisch unzufrieden bin, und wenn wir unser gutes Potential, was eindeutig vorhanden ist, auch regelmäßiger abrufen, dann verbessern wir uns auch in der Tabelle. Das Klima in der Mannschaft ist gut, ebenso stimmen En­gage­ment und Disziplin auf dem Platz, auch am Willen scheitert es nicht. Die Jungs sind darüber hinaus fleißig und verfügen ebenso über die notwendige mannschaftliche Geschlossenheit. Wenn wir uns jetzt noch das nötige Quäntchen Glück erarbeiten, dann sind wir wieder auf einem guten Weg.

Mit welchen Zielen gehen wir die letzten drei Partien bis zur Winterpause an?
Erstmal zählt für mich nur das kommende Spiel gegen Bautzen, wir wollen die drei Punkte holen und dann, erst dann denken wir über weitere Gegner nach. Du musst dich beim Fußball immer erst auf die anstehende Partie konzentrieren, alles andere bringt überhaupt nichts.

Seit Jahren tun sich die Aufsteiger aus Sachsen-Anhalt in der Oberliga relativ schwer. Woran liegt das?
In alle erste Linie wird die Oberliga von vielen unterschätzt, z. B. sehen nicht we­nige Außenstehende solche Teams wie Bautzen, Auerbach oder gar Meuselwitz als namenlose Mannschaften, ABER ... all diese Mannschaften verfügen über her­vor­ra­gen­de Einzel­spieler, haben ebenso gute Strukturen und darüber hinaus sind bei diesen und auch bei einigen anderen Vereinen sehr ordentliche Be­ding­ungen vor­zu­fin­den. In Sachsen-Anhalt denken die jeweiligen Verbandsliga-Meister an­schei­nend, dass sie ihre Hausaufgaben mit dem Aufstieg gemacht haben, aber wie gesagt, unsere Oberliga ist extrem spielstark, was sich wohl in unserem Bundes­land noch nicht überall herum gesprochen hat. Halberstadt ist immerhin der einzige Verein aus Sachsen-Anhalt, der sich seit 2003 relativ pro­blem­los in dieser Staffel hält, am Ende immer im gesicherten Mittelfeld landen konnte und in meinen Augen berechtigte Ambitionen nach „oben“ hat. Das ist im Prinzip eine riesige An­erken­nung für unseren Verein. In der Liga haben wir uns einen Namen gemacht, u. a. auch weil wir oftmals attraktiven und leiden­schaft­lichen Fußball zeigen. Diese Saison haben aber auch Wolfen und Magdeburg II keine schlechten Mannschaften, Wolfen hat sich mit einigen er­fahr­enen Leuten verstärkt und Magdeburgs Spieler sind allesamt gut aus­ge­bil­det, aber dennoch stehen beide Vereine am Tabellen­ende. Und genau dies beweißt doch, dass der Sprung von der Ver­bands­liga in die nächst höhere Spielklasse enorm groß ist, aber auf der an­deren Seite ist es ebenso nicht selbstverständlich, diese Gegner vom Platz zu fegen – Fußballspielen können auch diese Teams.

Haben die Planungen für die kommende Saison 2009/10 bereits begonnen?
Bereits seit dem vergangenen Herbst beobachte ich gemeinsam mit unserem Geschäftsführer Rüdiger Bartsch andere Spieler oder führe intensive Gespräche mit allen Beteiligten. Wir schauen aber auch ganz genau auf unsere eigene Mann­schaft, sondieren somit nicht nur den externen, sondern auch den internen „Markt“, damit wir nicht blauäugig in die Saison 2009/10 gehen – wir möchten unsere „Hausaufgaben“ bitteschön rechtzeitig erledigt haben und daran arbeiten wir fast tagtäglich.

Was wünschen sie sich für die nächsten Wochen?
Sportlich möchte ich mit meinen Jungs in den letzten drei Partien eine kleine Po­si­tiv­serie starten. Ansonsten wünsche ich auf diesem Weg allen Mitarbeitern, Spon­soren, Fans, Vereinsmitgliedern, ehrenamtlichen Helfern, allen Übungsleitern und Trainern und auch allen Freunden des VfB Germania frohe Weihnachten und ein erfolgreiches neues Jahr und dass wir uns alle auch 2009 gesund im Friedens­stadion wieder sehen. Natürlich würde ich mich ebenso sehr freuen, wenn wir auch im letzten Saisonspiel, am 20. Dezember gegen Magdeburg II, durch eine stattliche Kulisse unterstützt werden.

Ich bedanke mich für das aufschlussreiche Gespräch und wünsche ebenso alles Gute.

Das Interview führte Helge Osterloh (hos)
 

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