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Andreas Petersen

Am Sonntag empfangen wir den Tabellenvierten 1. FC Gera, der noch mit aller Macht um den Aufstieg kämpft. Mit welcher Zielstellung gehen wir in unser letztes Heimspiel?
Auch für uns ist dies ein Spiel, als wenn es um die Meisterschaft geht. Wir werden darüber hinaus für unsere Zuschauer noch mal alles geben und bis zum Abpfiff um die drei Punkte kämpfen. Wie auch in der Saison 2006/07, als wir am letzten Spieltag gegen Chemnitz einen grandiosen Sieg feiern konnten und somit den Klassenerhalt sicherten, soll auch das Duell mit Gera sehr positiv in Erinnerung bleiben und für Begeisterung und Euphorie bei unseren Anhängern sorgen. Außerdem haben wir aus dem Hinspiel noch etwas gut zu machen. Damals zeigten wir über weite Strecken eine ansprechende Leistung, aber letztendlich fuhren wir ohne Punkt wieder nach Hause. Wir wollen am Sonntag auf jeden Fall eine tolle Partie spielen und den Sieg davon tragen. Weiterhin möchten wir natürlich auch in Plauen bestehen, wenn die Saison zu Ende geht. Ich hoffe, dass es dann für den VFC ein Endspiel um den Aufstieg sein wird, wir sozusagen das „Zünglein an der Wage“ sind und die Abschlusstabelle noch entscheidend beeinflussen. Dementsprechend geht es auch für uns um die bestmögliche Platzierung im Abschlussklassement.

Aus den letzten vier Partien holten wir nur zwei Punkte, was ist da los?
Dies sollte man etwas differenzierter betrachten, wenngleich zwei Punkte definitiv zu wenig sind. Kommen wir zu den besagten vier Spielen. In Eilenburg tun sich fast alle Vereine schwer. Wir waren dort klar besser, holen aber nur einen Punkt. Halle ist der Überflieger der Saison und nicht umsonst stehen sie jetzt schon als Meister fest. Auch dort war die Niederlage relativ unglücklich. Was viele beim 3:4 gegen Markranstädt ebenso nicht in Betracht gezogen haben. Wir mussten drei Stammspieler ersetzen und erzielten zu Hause dennoch genügend Tore. Da haben wir schon ordentlich gespielt, aber uns, wie so oft in der Saison, nicht ausreichend belohnt. In dieser Partie hatten wir in der Defensive einige Probleme, wie auch am Mittwochabend in Pößneck, als wir unsere spielerische Überlegenheit nicht frühzeitig in drei oder vier Treffer umwandeln konnten und am Ende regelrecht „dumme“ Gegentore kassierten, was letztendlich in einer gefühlten Niederlage endete, trotz des 3:3. Dennoch ist eins Fakt, wir sind eine lauf- und spielstarke Mannschaft und wir würden zu Recht weiter vorne in der Tabelle stehen. Ich glaube, bei einer Umfrage unter den Oberliga-Trainern unserer Staffel würden nicht wenige sagen, Halberstadt muss eigentlich weiter vorne platziert sein, ABER, wie gesagt, wir wandeln unseren guten Leistungen nicht immer in Sieg um – daran gilt es zu arbeiten.

Ebenso kassierten wir in den vergangenen zwei Spielen sieben Gegentreffer. Haben wir momentan ein Defensivproblem?
Anhand der Statistik ist das schon denkbar, aber diese Antwort wäre zu banal. Bis zum Halle-Spiel waren wir eines der abwehrstärksten Teams der Liga und natürlich fragt man sich als Trainer, wo die jetzigen Probleme auf einmal herkommen. Vergessen darf man jedoch auch nicht, Defensivarbeit beginnt bei den Stürmern. In den letzten Spielen haben uns teilweise die Leidenschaft und die hundertprozentige Einstellung gefehlt, vermeidbare Gegentore auch mit dem letzten Willen zu verhindern. Einige meiner Jungs wollen zurzeit lieber offensiv begeistern und vergessen dabei manchmal die taktische Disziplin. Da müssen wir als Mannschaft besser werden und kompakter auftreten. Dennoch ist es ein Problem aller elf Akteure die auf dem Platz stehen und nicht nur der Abwehrspieler.

Kurz vor dem Saisonende – wie lautet ihre persönliche Bilanz der abgelaufenen Serie?
Erstmal gebe ich zu Bedenken, dass wir noch zwei Spiele vor uns haben, und von Platz 6 bis 11 ist im Prinzip alles möglich. Dennoch bin ich insgesamt angenehm überrascht. Dies klingt jetzt zwar etwas euphorisch, jedoch ist dies mein momentaner Eindruck. Viele vergessen ja sehr schnell, dass wir „dem Tod im letzten Jahr noch mal von der Schippe gesprungen sind“, obwohl die Mannschaft da fast besser besetzt war. Dennoch setzten wir uns ein hohes Ziel, indem wir um die Aufstiegsränge mitspielen wollten. Dies klang auf den ersten Blick etwas größenwahnsinnig, weil wir 2007 fast abgestiegen sind und jetzt gleich wieder oben dabei sein wollten, aber bei der anstehenden Ligareform gab es gar kein anderes Ziel, und ich fand dies durchaus realistisch. Zur Winterpause lagen wir dann mit neun Punkten hinter dem vierten Platz, aber Zweifel kamen eigentlich nie auf. Wir haben diese Saison allen Gegnern das Leben schwer gemacht und zu Recht hatten wir die sportliche Chance, bei den ersten Rängen ein Wort mitzureden, wenngleich die Ergebnisse nicht immer stimmten. Als Mannschaft haben wir uns dennoch spielerisch, läuferisch und taktisch gut entwickelt und werden dies auch weiterhin tun. Und wenn sich das alles am Saisonende in einem einstelligen Tabellenplatz widerspiegelt, bin ich als Trainer durchaus sehr zufrieden.

Was waren die Gründe, dass die sportlichen Erwartungen nicht gänzlich erfüllt wurden?
Ich möchte behaupten, wir waren in fast allen Spielen gleichwertig oder gar überlegen. Und weil wir oftmals klare Torchancen nicht nutzen konnten und eben relativ viele einfache Gegentore kassiert haben, ist diese besagte Überlegenheit leider nicht immer an den Ergebnissen ablesbar. Natürlich muss dies besser werden.

Woran gilt es in der nächsten Saison zu arbeiten?
Ganz einfach, an den zuvor genannten Punkten, wie z. B. Chancenverwertung und Defensivarbeit. Darüber hinaus werden wir uns taktisch weiter entwickeln, davon bin ich überzeugt. Und wenn wir auch noch im mentalen Bereich zulegen und mehr „Biss“ auf dem Platz zeigen, dann gewinnen wir auch solche Spiele wie zuletzt in Pößneck oder gegen Markranstädt. Ansonsten verfügen wir über eine gute Mannschaft, die sich im Laufe der Saison zu steigern wusste.

Gibt es Neuigkeiten zu unserem Kader?
Es ist nicht der Zeitpunkt, „etwaige Wasserstandsmeldungen“ abzugeben. Wie schon so oft betont, wollen wir die Leistungsträger weiterhin an uns binden und die Hierarchie in der Mannschaft soll behalten werden. Wenn entsprechende Verträge unterzeichnet sind, wird dies bekannt gegeben. Es gibt auf jeden Fall eine große Anzahl interessierter Fußballer, die nach Halberstadt wechseln wollen, auch aufgrund unserer attraktiven Spielweise. Außerdem beobachten wir seit Wochen geeignete Kandidaten.

Wie läuft die Zusammenarbeit mit dem neuen Geschäftsführer Rüdiger Bartsch?
... bisher hervorragend. Wir sprechen täglich miteinander, u. a. über Spieler, Mannschaft, Umfeld und unseren Verein. Dies sind immer sehr konstruktive Gespräche, und natürlich streiten wir auch mal intern, wenn es der „Sache“ dient.

Was erwartet die Germaniafans im Sommer, wann geht es wieder los?
Auf jeden Fall wollen wir wieder attraktiven Fußball bieten und unseren Fans auch in der nächsten Saison viel Freude bereiten. Wir starten am 11. Juli in die Vorbereitung und bis zur ersten Liga-Begegnung Mitte August werden wir acht bis zehn Testspiele bestreiten und fünf Wochen intensiv trainieren.

Wem gilt ihr besonderer Dank für die vergangene Spielzeit?
Erstmal danke ich meinen Spielern für die gute Zusammenarbeit. Sie haben es mit mir nicht immer einfach, zumal ich bei meiner Arbeit alle Register ziehe, im Guten wie im Bösen. Besonders hervorheben möchte ich an dieser Stelle Enrico Gerlach und zwar nicht nur aufgrund einer starken Saisonleistung, sondern auch als Kapitän hat er diese Rolle vorbildlich ausgeführt, ist immer voran marschiert und hat das Team geführt. Damit einbeziehen muss ich natürlich auch seinen Stellvertreter Sebastian Kischel, der für den Zusammenhalt der Truppe extrem wichtig ist und immer alles für Germania gibt. Darüber hinaus danke ich ebenso meinen Trainerkollegen Frank Lindemann und Eike Engel, aber auch den Betreuern Sabine Wiedemann und Frank Bergmann sowieso unserem Mannschaftsarzt Dr. Wolfgang Bartel. Genauso wichtig sind die Stadionmitarbeiter um Detlef Büchner, die uns in vielen Belangen helfen. Auch im Namen der Mannschaft geht der größte Dank an die vielen Sponsoren, die das alles hier erst ermöglichen und an das Präsidium um Olaf Herbst. Weiterhin danke ich unseren Fans für die tolle Unterstützung.

Wenn sie sich etwas für die neue Saison wünschen könnten, was wäre das?
Erstmal Gesundheit für meine Familie, mich und alle Beteiligten und dass alle mit viel Freude die neue Serie erwarten. Darüber hinaus möchte ich gerne eine Mannschaft formen, die im Vorderfeld der Tabelle mitspielen kann.

Möchten sie sonst noch etwas loswerden?
An dieser Stelle möchte ich auch mal ein großes Lob an jene Leute aussprechen, die uns ehrenamtlich unterstützen und ebenso geht ein riesiges Dankeschön an die vielen fleißigen „Bienen“, die im Hintergrund unseres Vereins arbeiten. Macht weiter so!


Ich bedanke mich für das Gespräch und wünsche ihnen bei ihrer weiteren Arbeit viel Erfolg, alles Gute und das notwendige Glück!

Das Interview führte Helge Osterloh (hos).


 

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